Unsere Argumente

Bernstrasse sanieren – Verkehr optimieren
Merksätze

Gemeindefinanzen
Bei knappen Gemeindefinanzen ist es besonders wichtig, Fehlinvestitionen zu vermeiden. Mit der Initiative wird unser Steuergeld sinnvoll investiert.
Die verschiedenen anstehenden Sanierungsarbeiten müssen aufeinander abgestimmt werden. Es wäre fatal, wenn zuerst „nur“ die Bernstrasse samt ihrer Werkleitungen saniert würde, und die dazu notwendigen Investitionen kurze Zeit später durch unumgängliche Verkehrsinvestitionen vernichtet werden müssten.
Zwischen einer allfälligen Steuererhöhung und der Sanierung der Bernstrasse - inkl. Ausbau des öffentlichen Verkehrs -  besteht kein direkter Zusammenhang. Die Steuererhöhung droht wegen dem aktuellen finanziellen Engpass und nicht wegen zukünftigen Investitionen.

Gemeindeentwicklung
Zwischen der Sanierung der Bernstrasse inkl. Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der zukünftigen Steuerbelastung besteht aber ein indirekter Zusammenhang: Die Gemeindeentwicklung ist nötig, um die momentan schlechte Finanzlage für die Zukunft grundlegend zu verbessern.
Die Gegner der Initiative machen Vorschläge, mit welchen allenfalls das aktuelle Verkehrsaufkommen bewältigt werden könnte; die Gemeindeentwicklung ist für sie kein Thema. Wir wissen: Ostermundigen braucht eine Entwicklung, um eine attraktive Wohngemeinde zu bleiben und die Finanzlage zu verbessern.
Im Vergleich zu den heutigen Gelenkbussen im 3-Minuten-Takt wird die Kapazität mit Mega- oder Doppelgelenkbussen im 4-Minuten-Takt lediglich um gut 10% erhöht; die notwendigen Investitionen lohnen sich nicht. Bei einem Takt unter 4 Minuten drohen erneut Paketbildungen.
Im Vergleich zu den heutigen Gelenkbussen im 3-Minuten-Takt wird die Kapazität mit einem Tram im 6-Minuten-Takt um 25% und im 5-Minuten-Takt um 50% erhöht. Dies ist sowohl für die Kapazität als auch aus finanzieller Sicht eine Perspektive, sofern diese  nur dort umgesetzt wird, wo sie wirklich notwendig ist.  Ein Tram bis hinauf auf die Rüti ist aus Kapazitätsgründen definitiv nicht notwendig und zudem sehr kostspielig. 

Warum ist der Zeitpunkt optimal?
Die Bernstrasse und ihre Werkleitungen sind sanierungsbedürftig; es wird deshalb so oder so in nächster Zeit entlang der Bernstrasse eine Grossbaustelle geben.
Das Verlegen der Werkleitungen ist aufwendiger als das Verlegen allfälliger Tramschienen; die Grossbaustelle wird deshalb so oder so den Verkehrsfluss während längerer Zeit beeinträchtigen.
Die Gemeinde kann die Kosten für die ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten optimieren, denn diejenigen für den Einbau von Tramschienen - soweit die Kapazitätsfrage dies erfordert -  werden zu 100% von Bund und Kanton übernommen. Die Gemeinde muss „nur“ die baulichen Anpassungen an Strassenraum und Sanierung der  Werkleitungen finanzieren, wobei der Kanton sich auch an diesen Kosten ganz wesentlich beteiligt.
Für die von der Gemeinde zu tragenden Kosten stehen Gelder aus der Wasser/Abwasser-Rechnung (Leitungssanierungen wie vorgesehen, also keine Zusatzausgaben) und den Erträgen aus Mehrwertabgaben (sind für solche Vorhaben reserviert und gebunden) zur Verfügung; die Sanierung der Bernstrasse und ihrer Werkleitungen ist also finanzierbar.

Die Vorteile auf einen Blick ...
Mit dem Projekt wird die Unterführung beim Bahnhof für rund 30 Mio. Franken zu einem attraktiven Umsteigeknoten ausgebaut; die allermeisten Kosten übernehmen auch hier Bund und Kanton. Einen solchen Ausbau kann sich die Gemeinde im  Alleingang kaum leisten.
Mit dem Projekt wird die Bernstrasse von der Waldeck bis zum Rütiweg saniert und neu gestaltet; die Ostermundiger Hauptstrasse erhält ein frisches und freundlicheres Aussehen.
Mit dem Projekt wird die Verkehrserschliessung Ostermundigens für alle Verkehrsteilnehmenden attraktiver; das wird auch Investoren überzeugen, sie werden vermehrt in einer qualitativ gut entwickelten und optimal erschlossenen Gemeinde investieren.
Mit dem Projekt werden auf dem Gemeindegebiet mittel- bis langfristig Investitionen im Umfang von rund 150 Mio. Franken ausgelöst; das gibt Aufträge für das lokale Gewerbe und sichert Arbeitsplätze.

Und nicht zuletzt…
Mit der Zustimmung zum Projekt zeigen die Stimmberechtigten, dass sie die Zeichen der Zeit erkennen, vorausschauen und den jüngeren Generationen eine gute Ausgangslage für die weitere Entwicklung der Gemeinde zur Verfügung stellen wollen.

Verkehr optimieren …
Mit der Sanierung der Bernstrasse wir nicht „nur“ der öffentliche Verkehr ausgebaut: Verkehrsfluss und Sicherheit werden für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert.
Weniger Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs die insgesamt mehr Fahrgäste transportieren: Das entlastet den Individualverkehr und fördert den Verkehrsfluss.
Tramschienen sind zwar ein gewisses Risiko für Velofahrende, sie geben ihnen aber auch mehr Sicherheit, weil klar ist, wo das Tram fährt. Ein Tram kann Velofahrende überholen und im stockenden Verkehr können Velofahrende ein Tram überholen. Bei Bussen ist beides nicht selbstverständlich.
Mit der Neugestaltung der Bernstrasse werden die Fussgängerübergänge optimal angeordnet und im öffentlichen Raum werden mehr attraktive Plätze zum Verweilen zur Verfügung gestellt.

Anbindung von Rüti, Steingrüebli und Deisswil
Für das Rütiquartier drängt sich eine Feinerschliessung mit Bus auf. Fährt der Bus von der Rüti ins Ortszentrum oder weiter, ist das wesentlich attraktiver als ein Shuttlebus, der „nur“ zwischen Tramendstation und Rüti pendelt.
Bei einer Feinerschliessung der Rüti mit kleineren Bussen als heute könnten die Busse weiter ins Quartier hinein fahren.
Wird den Bewohnerinnen und Bewohnern der Rüti ein Umsteigen von Tram auf Bus zugemutet, kommt auch eine Tramendstation Oberfeld in Frage (weil es nicht ins Gewicht fällt, wo umgestiegen wird). Es ist kein kostenintensiver Rütitunnel notwendig, da die Bus-Erschliessung der Rüti mit der vorhandenen Infrastruktur vollständig ausreicht.
Sollten in der Überbauung  Bernapark in Deisswil dereinst Freizeitnutzungen angeboten werden, wäre eine direkte ÖV-Verbindung nach Deisswil für Ostermundigen sehr interessant (Bus oder Tram).

Etwas provokativ:
Lieber die Taube in der Hand als den Spatz auf dem Dach – das bekannte Sprichwort läuft anders herum, aber für Ostermundigen gilt es in dieser Form: Bei einer Annahme der Initiative besteht die Gewähr, dass Bund, Kanton und Stadt ihre Kredite ebenfalls sprechen, weil sie schon mal JA zu einem solchen Projekt gesagt haben. Bei einer Ablehnung müssen sich nicht nur die Gemeinde, sondern auch Kanton und Stadt bezüglich Ausbau des öffentlichen Verkehrs neu orientieren. Dabei werden sie nicht nur die Wünsche Ostermundigens berücksichtigen können und wollen. Das Ergebnis ist offen, Garantien gibt es keine.

10. März 2015 / TW-CZ